FAQ - frequently asked questions
© Compania Ferrata 2011
Andreas Wolter & Essam in einer Pause
(Foto: Mike Göhre, www.fotoschmied.de)
Compania Ferrata
Sollte ich Karten für ein Turnier vorbestellen?
Wir empfehlen, sich im Vorfeld auf den Webseiten der jeweiligen
Veranstalter zu informieren. Da in den meisten Fällen keine
nummerierten Platzkarten vergeben werden, sollte man sich ca. 30-60
Minuten vor Turnierbeginn einen guten Platz sichern.
Findest das Turnier auch bei schlechtem Wetter statt?
Ja. Einzig bei extremen Witterungsbedingungen wie z.B. Gewitter und
Hagel muss die Show abgebrochen bzw. verschoben werden.
Welche Aufgaben haben die Knappen?
Die Knappen assistieren den Rittern in der Show. Sie versorgen die
Pferde und bereiten sie für die Show vor, reichen Schwerter und
Lanzen an, bauen die Turnierschranke auf und ab, fangen reiterlose
Pferde ein, entzünden die Flammenwände und vieles mehr, kurzum,
sie sind absolut unentbehrlich.
Wie wird man eigentlich „Ritter“?
Einige Reiter haben als Knappen in der Bahn begonnen. Andere waren
bereits professionelle (Show-)Reiter und Stuntleute, bevor sie zum
Ritterturnier kamen.
Wie entstehen die Shows?
In den Wintermonaten werden neue Showkonzepte entwickelt, Dialoge
geschrieben, neue Effekte ausprobiert, Requisiten gebaut, trainiert
und geprobt. Da die einzelnen Mitglieder z.T. recht weit auseinander
wohnen, geschieht dies oft in kleineren Gruppen. Vor Saisonbeginn
finden gemeinsame Proben statt. Darüber hinaus werden spontane
Ideen und neue Elemente auch kurzfristig in die Shows integriert.
Leben die Ritter von ihren Auftritten?
Einige Mitglieder des Teams sind professionelle Reiter, d.h. sie werden
regelmäßig sowohl für Turniere und Shows als auch für
Filmproduktionen gebucht. Andere arbeiten in der Woche in ganz
normalen Berufen, z.B. als Ärzte, Lehrer, Wissenschaftler,
selbstständige Unternehmer, u.v.m.
Wie werden die Pferde ausgebildet, damit sie z.B. durchs Feuer
gehen?
Unsere Reiter lieben ihre Pferde sehr. Darüber hinaus sind die Tiere
allein schon aufgrund ihres Könnens unersetzbar, und genauso gehen
wir mit ihnen um. Die Ausbildung verläuft über einen langen Zeitraum
mit viel Geduld und Ausdauer, doch all dies wäre nicht möglich ohne
ein großes Vertrauen zwischen Ross und Reiter.
Wie verhält es sich mit dem Tierschutz?
§11 des Tierschutz-Gesetzes besagt, dass jeder, der gewerbsmäßig
Wirbeltiere zur Schau stellt (also z.B. ein Ritter ein Pferd), der
zuständigen Behörde einen Sachkunde-Nachweis erbringen muss.
Darüber hinaus finden auf den Veranstaltungen Kontrollen statt, bei
denen z.B. die Haltung der Tiere, Art- und Zeiten der Einsätze,
Ruhepausen für die Tiere etc. kontrolliert werden.
Wo und wie werden die Pferde untergebracht?
Tagsüber, vor und nach der Show, werden die Pferde auf Paddocks
(kleinen, abgeteilten Weiden) in der Nähe des Marktgeländes
untergebracht, wo sie vor allem entspannen sollen. Nachts schlafen
sie in einem Stall in der Nähe. Wenn möglich, dürfen sich die Pferde
nach der Show auch im Sand auf der Turnierbahn nach Herzenslust
wälzen.
Darf man die Pferde mal streicheln/füttern?
Bitte nicht, aus gutem Grund: In der Show müssen sich die Pferde sehr
konzentrieren. Deshalb gönnen wir ihnen vor und nach der Show so
viel Ruhe wie möglich. Immer wieder kommen Gäste mit den besten
Absichten, “nur mal streicheln zu wollen” - das ist ungefähr so, als
würde man einem Sportler kurz vorm Wettkampf ständig am Ärmel
zupfen. So kommen die Tiere nicht zur Ruhe, daher: Bitte nicht
streicheln, bitte nicht füttern. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Welche Rolle spielt der Sand in der Turnierbahn?
Die Pferde bauen im Turnier hohe Geschwindigkeiten auf und müssen
am Ende der Bahn enge Wendungen reiten. Der Sand verhindert, dass
die Pferde dabei wegrutschen. Eine Sandtiefe von 6-8cm reicht dabei
völlig aus, bei tieferem Sand müssen sich Mensch und Tier zu sehr
anstrengen. Andere Untergründe wie z.B. eine feuchte Wiese sind
vergleichsweise rutschig und gefährlich, so dass dort nur in geringerer
Geschwindigkeit geritten könnte, was der Show wiederun die Dynamik
nimmt.
Wie gefährlich ist es, Turniere zu reiten?
Bei jedem Stunt spielen das Können, Konzentration und Erfahrung eine
wichtige Rolle. Gefährlich sind vor allem Selbstüberschätzung und
mangelndes Gefahren-Bewusstsein.
Ich bin Reiter - kann ich so was mal probieren?
Es gibt spezielle Turniere für Freizeitreiter, in denen bestimmte
Turnier-Exerzitien wie Ringstechen, Sauhatz oder Helmschlagen
geritten werden.
Warum gibt es keine berittenen weiblichen Rollen?
Im Mittelalter hätte man zu schätzen gewusst, wenn eine Frau gut
reiten konnte. Trotzdem wäre es für eine Frau undenkbar gewesen, an
einem Turnier teilzunehmen, weder als Mann verkleidet, noch als
Amazone. Aus diesem Grund werden berittene weibliche Rollen bei uns
nur sehr sparsam eingesetzt.
Andreas Wolter & Essam in Unna (Fan-
Zeichnung,Künstler unbekannt)
Reiter bei einer Probe (Foto: Steffi Wiechert)
Geduldiges Training (Foto: Constunt)
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